Pressetext zum Vortrag von Dr. Dogs über Essstörungen im RNG

Motzen statt Kotzen


Der Kampf am kalten Buffet als Synonym für unsere Essgewohnheiten?  Anschaulich und spannend erklärte Dr. Christian Peter Dogs, Leiter der Panorama-Fachkliniken, das Thema „Vom Unsinn der Diäten – Entstehung und Behandlung von Essstörungen“. Im Musiksaal des Rupert-Ness-Gymnasiums veranstaltete der Elternbeirat und der Arbeitskreis „Suchtprävention“ diesen Informationsabend über Bulimie, Magersucht und Fettsucht.

Essgestörte wissen, was sie tun sollten. Die Frage ist, warum sie trotzdem zu viel, zu wenig oder gar nicht essen. Mit viel Witz und Engagement vermittelte der erfahrene Referent den interessierten Zuhörern, dass Magersucht und Bulimie eine Funktion haben: die Krankheit des Kindes hält oftmals die Familie, die Ehe der Eltern, zusammen. Unterdrückte Aggressionen innerhalb des Systems, Angst vor dem Leben, lieber lieb sein als kämpfen, Pseudoharmonie – Schlagworte, die typisch sind für diese hauptsächlich junge Mädchen betreffende Süchte. Deswegen heißt das Lernziel: „Lieber motzen statt kotzen.

40 % der Bürger sind zu dick, 17% leiden an krankhafter Fettsucht. Es sind die Einsamkeitsesser, die Langeweile- und Frustrationsstopfer, Rauch- und Nachtesser; die lernen müssen, Konflikte auszuhalten. Doch solange unsere Gesellschaft immer wieder das Idealgewicht als Wertmaßstab des Menschen propagiert, werden die Süchte nicht schwinden. Dr. Dogs ist überzeugt: „Hätten wir kein Normgewicht, so hätten wir auch keine Essgestörten“.