Dvorak und die Weiße Rose


Klassenmusizierabend der 10 e des RNG mit Eigenkompositionen aus der Komponierwerkstatt


In einem einstündigen Konzert präsentierten die Schüler der Musikprofilklasse 10e des Rupert-Neß-Gymnasiums unter der Leitung von Bernhard Ladenburger einen Querschnitt durch das praktische Musizieren während des vergangenen Schuljahres. Im Zentrum des Abends standen die Eigenkompositionen der Schüler aus der vom Netzwerk Neue Musik Baden-Württemberg geförderten Komponierwerkstatt mit dem Komponisten und Klangkünstler Bernhard Klein.  Professor Dr. Jürgen Oberschmidt von der Pädagogischen Hochschule Weingarten begleitete das Projekt wissenschaftlich und arbeitet an einer Dokumentation, die die Ergebnisse, der zeitlich versetzt durchgeführten Komponierwerkstatt am Salvatorkolleg in Bad Wurzach, mit einbezieht.

In einer  Fassung für Klassenorchester des bekannten ersten Satzes der „Sinfonie aus der Neuen Welt“ von Antonin Dvorak eröffneten die Schüler den Abend. In dieser Sinfonie begab sich Dvorak auf die Suche nach einer amerikanischen Musiksprache. Ihren eigenen musikalischen Erfindungsgeist stellten die Schüler in den folgenden Kompositionen zur Weissen Rose unter Beweis. Als Inspiration diente die zeitgenössische Oper „Die Weiße Rose“ von Udo Zimmermann mit Texten von Wolfgang Willaschek. Mit einem fiktiven Dialog zwischen Hans und Sophie Scholl, der die Situation der Geschwister Scholl unmittelbar vor ihrer Hinrichtung am 22. Februar 1943 zeigt, wurden die Zuhörer in die ernste Thematik eingeführt. Es folgte die Einspielung einer Vertonung von Flugblatttexten und fünf Gruppenarbeiten mit Titeln wie „Widerstand“ und „Aufschrei“. Martialische, an marschierende Truppen erinnernde Schlagzeugrhythmen und aus dem Nichts aufsteigende, angstvolle Kratzgeräusche wechselten mit sirrenden Geigenobertönen und immer wiederkehrenden Ostinatomelodien und erzeugten eine bedrückende Atmosphäre. Harmonische Tupfer von Keyboarddreiklängen und sehnsuchtsvoller Trompete standen für einen Hoffnungsschimmer in auswegloser Situation. Mit experimentellen Klangbildern fanden die Schüler eine Ausdrucksform, die das Publikum berührte und den Widerstandskampf der Weißen Rose eindrucksvoll darstellte. Mit erfrischendem Gesang lösten die Schüler die noch in der Luft liegende Spannung und führten zum Abschluss die beiden Gospelchorsätze „You raise me up“ und „Clap your hands“ gekonnt auf. Die Zuhörer dankten mit herzlichem Applaus.


Jonas, Marco, Oliver, Rahel, Jakob und vorne Alexander spielen ihre Eigenkomposition „Zeit zu bekennen“.