Chemieolympiade 

– Abenteuer, Herausforderung oder nicht lösbar?


Franziska Hartmann vom Rupert-Ness-Gymnasium in Wangen versuchte es. Die naturwissenschaftlich interessierte Schülerin der damaligen Klasse 9a surft in ihrer Freizeit, wie sie mir erzählte, gern zu naturwissenschaftlichen Sachverhalten im Internet, schaut sich Wettbewerbe an oder liest Bücher in diesem Themenbereich. So war es für sie, die sich oft im Chemieunterricht nicht genug gefördert fühlt, auf Anfrage von Herrn Förbs, keine lange Überlegung am Icho-Chemiewettbewerb 2014 teilzunehmen. 


Diese Internationale Chemie-Olympiade ist ein Wettbewerb, in dem Schüler und Schülerinnen ihre Leistungen bei der Bearbeitung theoretischer und experimenteller  Aufgaben aus dem Bereich der Chemie miteinander messen. Sie ist ein Einzelwettbewerb mit vier Auswahlrunden und einem Finale der besten Teilnehmer, diesmal in Aserbaidschan. Organi-siert wird sie von der Universität Kiel, bei der sich die Schüler und betreuenden Lehrer über ein passwortgeschütztes Internetportal anmelden. Anschließend ist es möglich, sich die Aufgaben der 1. Runde herunterzuladen und diese zu Hause zu bearbeiten. Zur Lösung der Aufgaben sind alle Hilfsmittel erlaubt. 

In diesem Jahr ging es in ihnen um Kohlenstoff und seine Isotope, Fette und Öle, Sauerstoff und Oxide und um eine Titration. Insgesamt waren es 5 Aufgaben, bei denen man zwischen 20 und 30 Punkte erlangen konnte. Franziska arbeitete bereits an den Aufgaben, als ich ihre Betreuung übernahm und mich auf längere Besprechungen zu den verschiedenen Themenbereichen einstellte. Allerdings war dies fast gar nicht notwendig. Das Internet war Franziskas bester Ratgeber und wie sie selbst sagt, sind die Aufgaben so gestellt, dass man 75% allein durch Recherche bewältigen kann und nur 25% erfordern Überlegung und Kombinationsfähigkeit. Lediglich zur Titration, eine der wenigen Rechenaufgaben,  brauchte Franziska einen kurzen Denkanstoß, um ihre Berechnung fortzusetzen, aber auch hier, wusste sie sofort, wie sie weiter verfahren musste. So löste sie alle Aufgaben selbständig und gab mir ihre Antworten bereits vor den Sommerferien ab. 

Die Korrektur der umfangreichen  Aufgaben erforderte fast einen ganzen Vormittag, aber nach Eingabe der Punkte im Internet und der Zusendung der Lösungen an die Landesbeauftragte schien sich diese Arbeit gelohnt zu haben. Franziska erreichte die 2. Runde der Olympiade und wurde dafür mit einer entsprechenden Urkunde im Oktober dieses Schuljahres geehrt. Eine tolle Leistung, wenn man bedenkt, dass die Aufgaben teilweise das Niveau des vierstündigen Kurses beinhalteten, zu der wir als Chemielehrer ihr ganz herzlich gratulieren möchten. Aber eigentlich müssten wir ihr schon wieder die Daumen drücken, denn als wir ihr gratulierten, arbeitete sie bereits an den Aufgaben der 2. Runde, die weniger Recherche enthalten und von ihr als schwieriger eingeschätzt wurden. Alles Gute und viel Glück dafür.

Ach ja, da wäre noch Franziskas Resümee. In ihren Augen ist die Chemieolympiade eine gut lösbare Sache, die jemand, der gern im Internet surft und sich Informationen aus Büchern heraussucht eher als Abenteuer und Herausforderung ansehen könnte. (Andrea Nuber (Fachbereich Chemie))