Michael Roth wird neuer Schulleiter am RNG

(Foto SZ; Müller)

Michael Roth tritt mit Beginn des kommenden Schuljahres die Nachfolge von Lothar Eibofner an und wird neuer Schulleiter des Rupert-Neß-Gymnasiums.

Bereits seit 1993 ist Michael Roth am RNG und vom Schuljahr 2004/05 an ist er der Stellvertretende Schulleiter. Mit dem sich abzeichnenden Ruhestand von Lothar Eibofner (die Verabschiedung ist am 14.07.2015) wurde die Stelle als Schulleiter ausgeschrieben.
 
In einem mehrstufigen Bewerbungsprozess fiel letztendlich die Entscheidung. Neben einem Schulgutachten wird durch die vierköpfige Auswahlkommision (zwei Mitglieder der Schulaufsicht (Regierungspräsidium Tübingen) und je ein Mitglied des Schulträgers (Stadt Wangen) und der Schulkonferenz) im Bereich "Unterrichtsanalyse und Beratung" überprüft, in wieweit übergeordnete Personalkompetenzen ausgeprägt sind. Daneben erfolgt noch ein Bewerbungsgespräch und mit Hilfe einer mediengestützten Präsentation und an einem schulischen Fallbeispiel eine weitere Prüfung der Bewerber. Diese vier Bewerbungskriterien werden zusammengefasst und nach Rücksprache in den Gremien trifft die Auswahlkommision durch Wahl ihre Entscheidung.
 
Die Schulgemeinschaft gratuliert Michael Roth recht herzlich und wünscht ihm für seine neuen Aufgabengebiete 

allzeit ein gutes Händchen bei den vielen zu treffenden Entscheidungen.

 

Auszug aus dem Bericht der Schwäbischen Zeitung vom 05.06.2015

 
„Lothar Eibofner hat mich in vielen Bereichen mitarbeiten lassen, und so weiß ich, was läuft“, sagt Roth. Beispielsweise bei Personalentscheidungen – da saßen in der Vergangenheit mindestens Schulleiter und Stellvertreter am Tisch und oft noch weitere Personen. „Die Verantwortung für die Entscheidung trug dann natürlich der Schulleiter.“ Von diesem Stil möchte Roth auch nicht abweichen: „Wir werden auch künftig vieles im Team entscheiden. Den Kopf muss ich dann natürlich dafür hinhalten.“ Fragt man ihn nach den Herausforderungen der nächsten Zeit, dann blickt er zunächst auf das, was ist: „Das Rupert-Neß-Gymnasium hat sich zu einer tollen Schule entwickelt. Wir haben hier die bildungspolitischen Zeile gut umgesetzt“, sagt Roth. „Insofern ist zunächst Kontinuität gefragt.“

„Ich habe viele tolle Projekte miterlebt“

Und es fällt ihm auch nicht schwer fortzuschreiben, was an der Schule läuft: „Ich habe viele tolle Projekte miterlebt und dabei gesehen, wie viel Potenzial in den Schülern steckt. Da müssen wir weitermachen.“ Viel liegt ihm daran, dass die Schule die Kinder und Jugendlichen nicht in ein Korsett presst, sondern Räume lässt, damit sich Selbstständigkeit entwickeln kann. „Ich habe es gerade in der Vorbereitung von Neß Vegas (Anm. der Red.: Dabei handelte es sich um das Projekt „Schule als Staat“ im vergangenen Schuljahr) bemerkt: Da kommen höchst motivierte Fünftklässler zu uns, die geradezu sprühen vor Ideen, was für Läden sie eröffnen könnten und die älteren Schüler fragen zuerst: Wie kann das gehen?“ Ob diese Reaktion ein Ergebnis dessen ist, was gesellschaftlich von mancher Seite gefordert wird, nämlich passgenaue Absolventen für den Arbeitsmarkt zu haben – Roth lässt die Frage offen. Er ist sich aber sicher, dass den Eltern kreative Kinder lieber seien und sie dafür auch mal eine schlechte Note in Mathe in Kauf nähmen. „Wir müssen vermeiden, alles nur auf die Leistung der Schüler zu reduzieren, denn in jedem Schüler steckt etwas Besonderes“, sagt Roth. „Es wäre schön, wenn wir das als Lehrer entdecken könnten.“

„Ich habe meine Methoden umgestellt“

Ein Weg dazu sei die individuelle Förderung des einzelnen Schülers im Unterricht. „Ich habe meine Methoden auch umgestellt und lasse meine Schülerinnen und Schüler viel selber erarbeiten. Dann kann ich aber auch zu jedem hingehen und ihn einzeln unterstützen.“ Er meint dabei nicht nur die schwächeren Schüler, die vielleicht Hilfe brauchen, sondern auch die Spitzenschüler, die noch mehr gefordert werden können. „Wir haben lange Unterricht für die Mitte gemacht“, sagt Roth, der Mathematik-, Sport- und Informatiklehrer ist. Ein Weg, davon wegzukommen, sei der Mathe-Vertiefungskurs am RNG, der eine so intensive Beschäftigung mit der Mathematik ermöglicht, dass bei erfolgreicher Teilnahme sogar der Vorkurs an der Uni wegfallen kann.

„Die Lehrer dürfen nicht noch weiter belastet werden“

Solche Unterrichtskonzepte können ein Weg sein, auf den einzelnen Schüler einen besonders sensiblen Blick zu legen. Ein anderer sind die besonderen Projekte, die es auch weiter geben soll. Dass all das die rund 100 Kollegen mittragen müssen, hat Roth im Blick. „Die Lehrer dürfen nicht noch mehr belastet werden. Der Unterricht ist inzwischen für viele sehr anstrengend geworden.“ Ein Grund: Verhaltensauffälligkeiten nehmen zu. Für eine gute Schule sind entsprechende Rahmenbedingungen die Basis. Auf die Frage, was das Gymnasium brauche, nennt er zuerst „die öffentliche Unterstützung“ und fügt an: „Das Gymnasium ist nach wie vor die Schule, die am besten auf das Abitur vorbereitet. Ich rechne damit, dass das auch so bleibt.“

Sanierung und Sporthalle im Blick

Konkret auf die eigene Schule bezogen ist er sehr zurückhaltend. Der Sanierungsbeginn für den Altbau, der schon mehrmals verschoben werden musste, ist jetzt am Horizont für 2016. Die Lösung der Sporthallensituation spricht er an. Denn in der alten Sporthalle sei Unterrichten inzwischen schwierig. So wie die gut 1000 Schülerinnen und Schüler am RNG viele Seiten haben, so ist auch Michael Roth nicht nur Lehrer. Die Schulgemeinde kennt ihn von vielen Events als Sänger oder Moderator. Anfang Juli wird er mit seinem Sohn Max als Schauspieler in der „Hammerwende 1389“ beim Stadtjubiläum auftreten. Ob so etwas auch in der neuen Schulleiterrolle noch möglich sein würde, hat er sich selber gefragt. Tatsächlich sieht er sich im Zwiespalt. „Ich stehe einfach gern auf der Bühne und ich singe auch sehr gern“, sagt er. Er wird also künftig besonders genau hinhören, ob seine Auftritte noch gewünscht sind: „Ich hoffe, man sagt es mir ehrlich, wenn es reicht.“