Buchautor Manfred Mai liest für die sechsten Klassen

Obwohl Manfred Mai sich früher gar nicht für Bücher interessiert hatte, entschied er sich 1984 Autor zu werden. Sein erstes Buch („Verliebt in einen Neonazi“) schrieb er 1978. Da er auch Lesungen anbietet, kam er am 18.06.2015 auf Einladung von Heidi Schubkegel zu uns ans RNG, um der Jahrgangsstufe 6 im Musiksaal ein paar seiner Werke vorzustellen und daraus zu lesen.

Der 66-jährige Autor schreibt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene außer Gedichten, Sach- und Geschichtsbüchern auch Erzählungen und Romane. Letztere sind erfunden, haben aber trotzdem einen wahren Kern. Im Gegenteil zu anderen Autoren schreibt der bekannte Geschichtenerzähler eher über Schwierigkeiten, z.B. Armut. Sein erfolgreichstes Werk ist die „Weltgeschichte“, die in viele Sprachen übersetzt und als Bestseller um die 200 000 Mal verkauft wurde. Zurzeit arbeitet er an „Die 5 Weltreligionen“.

Weil Manfred Mai in Winterlingen auf der Schwäbischen Alb geboren und auch selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, schrieb er ein Buch über die Schwabenkinder, um ihnen ein Denkmal zu setzen. Von den Schwabenkindern hat Manfred Mai ein eigenes Bild im Kopf, beschreibt sie aber im Buch nicht so genau, damit bei jedem Leser eine andere Vorstellung entsteht. Um selbst zu spüren, wie es sich anfühlt, als Kind durch hohen Schnee über die Alpen zu wandern, fuhr Mai in die Alpenregion und ging ein Stück des Weges, den die Schwabenkinder damals auch gelaufen waren.

Die ersten Einfälle für seine Bücher kamen am Anfang, als er noch Lehrer an einer Realschule war, wenn der Buchautor über seine Schüler nachdachte. Manfred Mai schrieb bis zu seinem Buch „Winterjahre“ seine Manuskripte von Hand, inzwischen tippt er sie gleich selbst. Er kann aber nur in seinem Arbeitszimmer schreiben.

Nachdem er uns Zuhörern über seinen Lebenslauf und seine Bücher erzählt und anschließend Fragen beantwortet hat, las der Autor Auszüge aus dem Buch „Das verkaufte Glück. Der lange Weg der Schwabenkinder“ vor. Dabei zeigte er mit Mimik und Gestik vollen Einsatz. Danach gab Mai den Schülern die Aufgabe, den Anfang seines noch nicht erschienenen Buches über die Weltreligionen zu beurteilen („Wie findet ihr den Anfang?“ / „Würdet ihr dieses Buch ganz lesen wollen?“).

Am Ende der Lesung konnte jeder sein eigenes Buch oder einen Werbeflyer von dem Autor signieren lassen. Der lange Weg zum Musiksaal hatte sich wirklich gelohnt! Hoffentlich hatte Manfred Mai genauso viel Spaß wie die 6. Klassen mit ihren Lehrern! (Lara Schubkegel und Lilly Richardi (6b))