Chöre und Orchester sorgen für große Momente

Die Chöre und das Orchester des Rupert-Neß-Gymnasiums begeisterten das Publikum mit ihrem Elan und ihrer musika-lischen Qualität. Foto: Rahn (SZ)

Mit ihrem Programm "Hymnen & Welthits aus Klassik, Pop und Film" sorgten die Chöre und das Orchester des Rupert-Neß-Gymnasiums am Samstag und am Sonntag für zahlreiche große Momente in der vollbesetzten Stadthalle. Bernhard Ladenburger (Chorleitung) und Steffen Deuschle (Orchester und Gesamtleitung) hatten viel Herzblut investiert und konnten die Früchte ihrer langjährigen Aufbauarbeit ernten.

Das Orchester präsentierte sich als ein beeindruckend ausgewogener und geschlossener Klangkörper von großer emotionaler Spannbreite. Die schwärmerischen Melodien aus Karel Svobodas Filmmusik zu "Drei Nüsse für Aschenbrödel" entfalteten sich zum Träumen schön. Die Darstellung der frechen und respektlosen jugendlichen Helden Tom Sawyer und Huckleberry Finn durch Benedikt Brydern entsprach dem jugendlichen Elan des Orchesters. Starke Solisten, breites Repertoire Edward Elgars Marsch "Pomp and Circumstances" Nr. 1 erklang mit wahrhaft britisch-imperialer Klangfülle. Die Musik zu "The Chronicle of Narnia" glänzte mit vielen Effekten und zahlreichen Stimmungsumschwüngen und schon das Unterstufenorchester zeigte mit "Hey Brother" von Tim Bergling (alias Avicii) einen mitreißenden Drive.

Auch die Chöre in ihren unterschiedlichen Zusammensetzungen besaßen einen sehr homogenen Klang, sangen sehr textverständlich und locker. Ihr Repertoire reichte von langsamen Balladen wie "One Moment in Time" über lässige Pop-Songs wie "Count on me", "Kyrie" oder "Live is Life" bis hin zu deutschem Pop mit "So soll es bleiben" von "Ich & Ich", ein breites Repertoire, voll mit feinen Nuancen und sich verändernden Stimmungen, zu dem sich Solistin Melanie Kraus in "Jar of Hearts" mit einer ausdrucksstarken Stimme gesellte.

Fanden nun beide Elemente zusammen, war Gänsehaut vorprogrammiert. "1492 - Conquest of Paradise" von Vangelis legte ein altes Harmoniemuster über einen absolut vorandrängenden Rhythmus und vermittelte so den Eindruck, vor Kraft schier zu bersten. In "Baba Yetu" setzte sich Constantin Ganß kraftvoll gegen die vibrierenden afrikanischen Klänge von Orchester und Chor durch und dann lieferte ein famos aufspielendes Orchester die Grundlage für Beethovens "Ode an die Freude", das Finale seiner 9. Sinfonie. Miriam Kuhn und Constantin Ganß fanden mit Kraft und Eleganz gleichermaßen in der großen Hymne "Barcelona" zusammen, während Melanie Kraus den Schlusspunkt mit "The Hanging Tree" aus der Musik zu "Die Tribute von Panem" setzte. Eine Melodie die - mit etwas Anlaufschwierigkeiten - langsam emporstieg und stetig an Kraft und Selbstvertrauen gewann, das eindrucksvolle Bild einer beginnenden Revolution.

Aus der musikalischen Leistung spricht ein starkes Gemeinschaftsgefühl, das sich auch in der Verabschiedung von insgesamt 18 Schülern der Oberstufe zeigte, die das Ensemble nach dem Abitur verlassen werden, aber auch in den gereimten und nicht gereimten Worten, die die Schüler für ihre beiden Lehrer fanden. Bernhard Ladenburger und Steffen Deuschle gaben auch gleich die drei Träger des Musikpreises bekannt, die sie dieses Jahr nach langen Überlegungen ausgesucht hatten: Judith Wiedemann, Anna Godhoff und Michael Reiß stehen stellvertretend für die vielen anderen, die sich an ihrem Gymnasium einbringen und diese große Gemeinschaftsleistung möglich machen. (Rahn, Schwäbische Zeitung vom 07.06.2016)