Mikrobiologie-AG auf Exkursion

Die Mikrobiologie ist täglich präsent, denn wir essen jeden Tag Produkte, die auf ihre mikrobiologische Belastung hin untersucht werden. Wie momentan in der Zeitung zu lesen ist, wurden wieder Verunreinigungen durch Listerien in Milchprodukten gefunden.

Die Untersuchung der verschiedensten Lebensmittelproben findet täglich unter anderem in Wangen im Landwirtschaftlichen Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW) statt. Da wir wissen wollten, wie ein solches Institut arbeitet, haben wir dort am 22.Juni einen Besuch gemacht. Frau Ulrike Weyrich führte uns durch die Labore.

Zur Begrüßung mussten wir alle weiße Schutzmäntel anziehen. (Siehe Bild) Diese Schutzkleidung soll das Labor vor unseren Keimen schützen und wir sollen nach dem Besuch nichts nach draußen tragen. Frau Weyrich erklärte uns, wie die Proben gekennzeichnet werden und anschließend verschiedene Stationen im Labor durchlaufen. Dabei sahen wir, wie Abstriche auf Agarplatten gezüchtet werden und einzelne Bakterienarten durch die Wahl der Nährböden selektiert werden. Einige der verwendeten Geräte und deren Handhabung kamen uns bekannt vor. Genauso haben wir auch in der Schule sterilisiert, Bakterienkulturen gezüchtet und deren Keimzahl durch Verdünnungsreihen und mit Hilfe des Spektrometers ermittelt.Da auch pathogene (krankheitserregende) Keime, wie z. B. Listeria monocytogenes in den Kulturen vorkommen, durften wir in den Bereich dieser Brutschränke nur einen kurzen Blick werfen. Erst eine Woche zuvor waren verschiedene Käsesorten aus dem Verkehr gezogen worden, da sie mit Listerien verseucht waren.

Die Labore sind mit weiteren modernen Geräten ausgestattet, die einige Bakterienarten über kleine spezifische genetische Sequenzen zuordnen. Dafür gib es dort z. B. Thermocycler, die diese Sequenzen erkennen und sie tausendfach vervielfältigen, damit danach entsprechende Untersuchungen und Datenvergleiche durchgeführt werden können. Ganz beeindruckt von der modernen Arbeitsweise verließen wir nach über einer Stunde, müde von den vielen Eindrücken, das Institut. Interessant war auch die Information, dass im Rahmen von BOGY Praktikumsplätze angeboten werden und nach dem Abitur auch Ausbildungsmöglichkeiten bestehen. Wir haben gesehen, dass einige Arbeitstechniken denen in unserem „mikrobiologischen Labor“ gleichen und dort zum Teil das gleiche Handwerkszeug wie Mikropipetten, Minispin-Zentrifugen und Drigalskispatel zum Einsatz kommen. Allerdings hat sich der Bereich der Mikrobiologie in den letzten Jahrzehnten hin zur Untersuchung des Genoms und zur Gentechnik weiterentwickelt. Hier gibt es noch einiges zu erfahren und zu lernen. Einen Ausschnitt dieser Methoden haben wir auch schon in ein Praktikum der Kursstufe aufgenommen. (Irmgard Reichle)